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TVO Medientage: Junge Girls drehen im Fernwehpark

Oft fehlt es jungen Menschen an beruflichen Perspektiven. Doch in Oberfranken dürfe dies kein Grund sein, nicht den Traumberuf für sich zu finden. Deshalb hat sich der Fernsehsender TVO (TV Oberfranken) entschlossen der Jugend zu zeigen, was es speziell im Bereich Medien für vielfältige Möglichkeiten gibt.

Und TVO gibt mit folgender Ausschreibung Jugendlichen die Chance für ein Praktikum rund um das Thema Fernsehen: „Wer über 18 Jahre ist, sich für Medien, Oberfranken und Technik interessiert, einen Führerschein besitzt und auch vor einer Kamera keine Angst hat, der ist bei uns goldrichtig...“

Und so dürfen auch 2011 wieder, bei den MEDIENTAGEN, Schüler Fernsehen machen. Beworben haben sich 5 Mädels aus Hof und der Region. Sie kommen u.a. aus Münchberg und Köditz und wollen so richtig „Action“ machen...

Ausgesucht haben Sie sich dazu heute den Fernwehpark, wo sie unter Anleitung von Videojournalistin Rebecca Satlow eine Dokumentation drehen und dazu auch gleich Fernwehpark Initiator Klaus Beer vor die Kamera holen.

Dieser sagt natürlich sofort zu, zumal es sich diesmal hier um etwas ganz Besonderes handelt. Viele Fernsehteams haben bislang schon im Fernwehpark gedreht, doch noch nie waren die Kamerafrauen so hübsch...

Klaus Beer behält Fassung und beantwortet gerne die Fragen der jungen Redakteurin, die viel über die Idee, Entstehung und GLOBALEN BEDEUTUNG des multikulturellen und völkerverbindenden Hofer Friedensprojekts wissen will. Zum Beispiel: „Was war das 1. Schild im Fernwehpark?“ oder: „Wieviele Schilder sind heute da zu sehen“ und natürlich: „Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee, in Hof so einen Schilderwald zu errichten...?“

Übrigens: Die jungen Mädels haben noch nie eine Filmkamera in der Hand gehabt, geschweige sie bedient oder je einen Film gedreht.

Weiter wird Klaus Beer natürlich über die bislang über 300 Stars aus Musik, Film, TV, Bühne und Sport befragt die mit ihrer Aufnahme in die „Signs of Fame“ mithelfen, diese Friedensidee um die ganze Welt zu tragen.

Auf die Frage, auf welchen Star er denn persönlich besonders stolz ist, antwortet Klaus Beer: Als erstes natürlich auf den DALAI LAMA, der Frieden unter den Menschen ja persönlich auslebt und bei Stars auf Kevin Costner und auf Arnold Schwarzenegger, den er erst vor 14 Tagen in seinem Heimatort Thal in Österreich in die „Signs of Fame“ aufnahm. Da Klaus Beer als Filmemacher die Traumfabrik HOLLYWOOD besonders liebt, steht er, wie er zugibt, auf die großen Stars aus Hollywood.

Zu einer richtigen Filmreportage gehört natürlich auch ein Scriptgirl. Dieses befragt Klaus weiter zu manchen Dingen, wie zum Beispiel, wie man das Projekt überhaupt finanziert und wer da die Mithelfer sind.

Kameramann, Fernseharbeit, Bildjournalist – ein Traumjob

Videojournalistin Rebecca Satlow erklärt den Schülerinnen weitere Details der Funktion der Kamera.

Klaus Beer, der beim Anblick von Kameras immer glänzende Augen bekommt: „Ich habe fast die gleiche. Bin erst im letzten Jahr von 16-mm Zelluloidmaterial auf digital Full-HD umgestiegen und gerade dabei, erstmals einen in den USA gedrehten Reise-Kulturfilm am PC zu schneiden. Film ist mein Leben. Wenn ich dieses nocheinmal zurückdrehen könnte, würde ich die Hochschule für Film und Fernsehen in München besuchen und Kameramann studieren. Deshalb ist das, was ihr da gerade macht, mein Lebens-Traum-Job....“

Klaus Beer hat bislang über 30 abendfüllende Reise- und Kulturfilme in der Welt gedreht, davon 8 über die Traumlandschaften von Nordamerika. Unter „Terra Film“ geht er damit seit über 30 Jahren auf Filmvortagstournee und entführt seine Zuschauer in Kinoatmosphäre in ferne Länder und zu fremden Kulturen. Deshalb ist auch der Fernwehpark eine Herzensangelegenheit von ihm.

Klaus Beer: "Ich spreche nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis. Durch über 30 Jahren Reisen mit der Filmkamera in der Welt weiß ich, wie wunderschön unser Blauer Planet ist und wie dumm der Mensch, der durch Krieg, Terrorismus, Machtgeilheit und religiösen Fanatismus soviel Leid über Unschuldige bringt. Ich habe mir deshalb geschworen eines NICHT ZU TUN. Nämlich NICHTS zu tun. Ich stecke nicht den Kopf in den Sand – sondern tue einfach etwas. So steht der Fernwehpark, bewußt errichtet an einem magischen Datum, am 9.11.1999 - zehn Jahre nach dem Fall der Mauer - als Zeichen für grenzenlose Freiheit und Völkerverständigung.“

Die Ästhetik der Bildersprache – und „der Fluch der Handkamera“

Und weiter geht es zu neuen Einstellungen durch die Schilderreihen... Nicht einfach, die Kamera schnell wieder auf das Stativ zu setzen. Klaus: „Mit so einem Gerät arbeite ich auch, schleppe das schwere Teil durch Wüsten, Dschungel und auf hohe Berge. Aber das ist Grundvoraussetzung zu guten Bildern. Ich hasse Wackelkamera, die jetzt so in Mode gekommen ist.

Für mich ist das der Tod des Kinos. Was aber nicht bedeutet, daß man mit der „entfesselnden“ Kamera auch mal arbeiten darf, um dynamische Bilder einzufangen. Aber wenn der ganze Film wackelt, Landschaften, Berge, die Gesichter der Protagonisten, dann fliegt der Film sofort aus dem Recorder. So einen Mist schaue ich mir nicht an. Da blutet mir das Herz als Kameramann.“

„Wenn dann noch zu schnelle Schnitte dazukommen und wieder so eine dumme Idee, Filmbilder entfernt werden, damit Action noch schneller vonstatten geht, dafür aber der Bewegungsfluß nicht mehr gegeben ist und die Bilder nur noch ruckig zu sehen sind, dann dreht sich bei mir bei solchen Machwerken gelinde gesagt der Magen um. Oft wird da sogar nochmal wahllos auf das Motiv gezoomt und dann hart geschnitten. So ein filmischer Blödsinn ist für mich nicht aktzeptabel. Ich liebe die Ästhetik der Bilder, die Schönheit der Bildersprache.“

„Hand-Wackelkamera, superschnelle Schnitte und entfernte Bilder sind für mich an Scheußlichkeit nicht zu überbieten. Einmal begonnen am Beispiel „Cloverfield“, haben sich diese filmischen Auswüchse leider schon in viele Filmproduktionen eingeschlichen und sind, ich wiederhole mich, der Tod des guten alten Kinos.

Oder werden solche Wackel-Zitterfilme nur für Besoffene oder Kokser gemacht, vor deren Augen sowieso alles nur noch flimmert? Für die Spaßgesellschaft, die sich über alles lustig macht und keine wahren Werte mehr kennt? Der wirkliche Cineast wird damit regelrecht verhöhnt und aus dem Kino geekelt.“

Klartext. Harte Worte. Wie man sieht, kann man Klaus Beer, für den gute Kameraführung und solides Filmhandwerk oberstes Gebot ist, bei diesem Thema ganz schön in Rage bringen. Weitere Ausführungen zu gutem Filmhandwerk und dessen Gegenteil kann man in Klaus Beers FILMKRITIKEN nachlesen.

„Ich komme aus Delhi“

Doch zurück zu den Drehabeiten im Fernwehpark.Rebecca Satlow hat eine tolle Idee: Sie läßt die Kids aus verschiedenen Ländern „auftauchen“. Dieses Mädel sagt in die Kamera: „Ich bin am Times Square“.

Klaus Beer ist begeistert. Denn das ist – neben dem Friedensaspekt, genau der Sinn des Fernwehparks. Man soll sich mit Blick auf die Städtenamen aus der ganzen Welt, sozusagen im Kopfkino, wegträumen zu den exotischten Plätzen unserer Erde...

„... und ich komme aus Auckland/ Neuseeland“...

„... und ich aus Dehlhi, Indien...“

...“und ich aus München...“, sagt diese junge Dame in die Kamera.

Und zusammen vor der Schilderkulisse: „Wir sind im FERNWEHPARK...“

Zum Schluß gibt`s noch ein privates Gruppenfoto zur Erinnerung an die Dreharbeiten im Hofer Fernwehpark anläßlich der Medientage 2011. Danke liebes TVO, daß ihr hier gedreht habt – ich hoffe, es hat allen richtig viel Spaß gemacht...“

Übrigens: Der Film ist supertoll geworden. Klaus Beer ist hellauf begeistert. Die Mädels haben einen tollen Job gemacht.

Und Klaus ist auch von Rebecca Satlow begeistert. Beer: „Als ich sie mit der Kamera hantieren sah und ihre außergewöhnlichen Einstellungen und Perspektiven, wußte ich sofort. Diese Frau hat einen Blick für Motive. Und auch ihre Fotos sind Klasse geworden.“ Klaus: „Solche Menschen, die ihre Bilder aus dem Bauch heraus komponieren, suche ich seit Jahren verzweifelt. Die meisten Leute haben null Gespür für Bildgestaltung, null Blick. Rebecca würde ich sofort als Kamerafrau für meinen Film engagieren. Da steckt nicht nur Können, sondern Talent dahinter. Viel kann man zwar lernen, aber letzteres muß man haben, das Gespür für die wirklich guten Bilder... und deren Einfangen mit der Kamera.“

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