Peter Maffay: Handabdrücke in Beton
Mit „Schild + Beton“ wurde Superstar PETER MAFFAY beim Open-Air-Konzert in Selb am 14. Juni 2001 in den „Signs of Fame“ des Hofer Fernweh-Parks aufgenommen.
Nach dem Fotoshooting der Schilderübergabe „GREETINGS IN ROCK“ geht’s erst richtig zur Sache. Wie in HOLLYWOOD werden die Handabdrücke in Beton verewigt.
Peter zieht erstmal die Lederjacke aus. Seine Muskeln spielen unter dem kurzärmeligen Harley-Davidson-Shirt. Eine Tätowierung wird sichtbar. "Einfach reindrücken", sage ich zu Peter. Er legt die Hände auf den Brei, der plötzlich keiner mehr ist. Er drückt. Doch der Beton hat schon zu stark angezogen. "Ich komm da nicht rein", sagt er. Seine Muskeln schwellen an. Mir tropft der Schweiß auf den Zement. "Wir haben zu lange über die Route 66 gequatscht. Wie machen die das bloß in Hollywood." Peter grinst. Um die Augen des 51-jährigen Rockstars spielen die Fältchen.
Historische Zeiten
Auch der große Sänger und Rocker PETER MAFFAY zählt zu den Stars, die zu einer Zeit ihre Hände in Beton verewigten, als diese Idee noch noch in den Kinderschuhen steckte und Klaus Beer verzweifelt nach Möglichkeiten Aussschau hielt, diese Aktion eleganter, und vor allem sauberer und nervenschonender durchzuführen.
Denn wie hier am Praxisfall Peter Maffay war man nicht fix genug, den diesmal gewählten schnell anziehenden Beton in dem dazu nötigen, richtigen Zeitraum zu bearbeiten. Hätte man eine andere Mischung verwendet, wären Peters Handabdrücke vielleicht auf dem Transport wieder eingeebnet worden. Also Streß pur bei jeder Star-Handprint-Aktion. So war Klaus Beer überglücklich, als eines Tages der Hofer Töpferladen die Lösung brachte. Man entwickelte dort nur für die Star-Prints einen Spezialton, der bei entsprechender Lagerung gut 2 Tage verformbar bleibt und für den Star selbst eine sehr saubere Angelegenheit darstellt. Meist müssen sich die Promis, nachdem sie ihre Hände in die Masse gedrückt haben, nicht einmal die Hände waschen.
Und wie man sieht, verwendete Klaus Beer damals auch noch nicht das formschöne Gestell, auf dem die Tonform plaziert wird und auf die man dann in der Hocke wunderschöne Abdrücke erzielen kann. In Hocke deshalb, da in den Hintergrund das zuvor signierte Grußschild gestellt wird, damit es bei der Handprint-Aktion auch immer mit im Bild ist.
Eine Ära des Fernwehparks also, in der so einiges an optischer Umsetzung des Friedensgedankens fehlte. So auch das Heben der Hände nach dem Eindrücken als Friedenszeichen. Denn mit den Handabdrücken alá Hollywood werden die Stars nicht nur geehrt in den Genres Musik, Film, TV, Bühne oder Sport, sondern setzen damit vorallem symbolisch ein öffentliches Zeichen. Und daran beteiligt sich Peter Maffay natürlich gerne, auch wenn er es heute damit noch etwas anstrengender hat als so manche nachfolgenden Kolleginnen und Kollegenaus dem Showbiz. Widerum aber gehen die Fotoaufnahmen schneller über die Bühne, da nicht später übliche Fotoposen des Shootings abgearbeitet werden müssen, wie eben das "Friedenszeichen".
|
|
|
Als Peter Maffay die Hände aus dem Zement hebt, sind trotzdem Abdrücke sichtbar. An einigen Stellen helfen wir nach, drücken die Konturen noch etwas tiefer. Jetzt nur noch die Messingplakette mit seinem Namen in den Zement. Puuh, das wäre geschafft!

Nach einer Spritztour auf seiner Harley wirft Peter Maffay nocheinmal einen Blick auf den Beton. Peter gefällt die Geschichte mit dem Fernweh-Park. Und das, was dieser auch noch bedeutet: Menschen aller Nationen sollen unter den Schildern aus aller Welt ein Zeichen für Frieden und Zusammengehörigkeit setzen. Denn auch er ist gegen Gewalt. Deshalb schrieb er beispielsweise nach Beginn des Balkankriegs auch das Lied "Siehst du die Sonne nicht."
Star-Handabdrücke der ersten Stunde

Echt Unikat und museal: Die Star-Handabdrücke, die in den Anfängen des "Signs of Fame" noch mit Zement angefertigt wurden.