Eine Hand gegen Rassismus und für Frieden in der Welt
ULLA MEINECKE, Sängerin und Dichterin und Schauspielerin ist eine Vertreterin des deutschsprachigen Chansons, die ihre Liedtexte selbst verfaßt. Ebenso ist sie auf der Theaterbühne zu erleben, in Stücken wie „Endstation Sehnsucht“ zum Beispiel oder „Männerbeschaffungsmaßnahmen“.

Weiter schreibt sie mit großem Erfolg. Ihre Bücher: “Im Augenblick” und "Willkommen in Teufels Küche. Glanz und Elend der Chaotiker". Lieder und Lesungen. Damit kann man Ulla Meinicke erleben. Damit begeistert sie. Die vielfach engagierte Künstlerin erhielt die „Goldene Europa“ und weitere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Kleinkunstpreis.
Samstag, 27. Juni 2009, 16.00 Uhr. Naturtheater Bad Elster. Noch sind es fünf Stunden bis zu ihrem Auftritt. Da sich der Soundcheck noch etwas verzögert, kommt Ulla Meinicke auf die Fernwehpark Crew zu und sagt: „Wir machen es gleich, in zehn Minuten“. Ein Wort, eine Aussage, eine Zusage. Einfach Tun. Ulla Meinecke, wie man sie mag und schätzt.
Da das ganze Areal des Naturtheaters keine einzige freie Wandfläche mit genügend Abstand für den Fotografen aufweist, ist die Suche nach einer geeigneten Location an diesem Nachmittag nicht einfach. Denn kein störender Hintergrund soll von der Künstlerin ablenken. Doch dann entdeckt Fernwehpark Initiator Klaus Beer eine entsprechende Stelle, die „machbar“ ist. Eine Bretterwand, rustikal, kantig, wie die Künstlerin und ihre Aussagen selbst.
Nach der Signierung ihres STAR-SCHILDES bittet Klaus Beer zu der Aktion der Handabdrücke.

Wie immer erklärt der passionierte Weltenbummler, Filmemacher und Buchautor, der mit Herzblut und Überzeugung dieses Friedensprojekt vor genau 10 Jahren, bewußt am 09.11.1999, zehn Jahre nach dem Fallen der Mauer, ins Leben gerufen hat, was zu tun ist, um möglichst plastische Handabdrücke zu erzielen und demonstriert es schon mal am Objekt. „Am besten zuerst beide Hände mit gespreizten Fingern knapp über der Tonoberfläche anvisieren, um ein Gefühl für den Abstand zu erhalten, denn es muß noch ein Freireim bleiben, in dem die Unterschrift Platz finden muß“.

Ulla Meinicke praktiziert es schon mal für den Fotografen.

„Und dann am besten mit der linken Hand beginnend, einfach hinein in den Ton. Und mit der Rechten dann jeden einzelnen Finger langsam, aber kräftig eindrücken.“


„Wenn der Ton die Körperwärme angenommen hat, gleiten die Finger fast wie von selbst hinein“, animiert Klaus Beer die Vorgehensweise. Denn am Anfang kostet es immer ein wenige Anstrengung, um in die graue Masse einzudringen.

Ein Hauch von Hollywood. Das Fotoshooting ist in vollem Gang. Doch Hollywood, in vielen Fällen passend für Stars zu deren Aufnahme in die „Signs of Fame“, ist hier nicht das richtige Wort. Passt irgendwie nicht zu dieser Künstlerin. Ulla Meinecke ist urban, hat Aussage, hat Kanten, spricht Klartext. Hat nichts zu tun mit der Oberflächlichkeit, der Glamourwelt des allgemeinen Showbiz.

Damit auch die Problemzone „Handballen“ Spuren hinterläßt, legt die Künstlerin ihr ganzes Gewicht darauf. Denn was Ulla Meinicke anfängt, muß Sinn machen. Im Kleinen, wie im Großen.


Und dann das Ganze auch umgekehrt. mit der anderen Hand.

Und nochmal „Action“ für die Friedensaktion. Denn die Handabdrücke beinhalten nicht nur eine Ehrung, sondern haben einen ganz besonderen Hintergrund.


Mit den Handabdrücken werden die Stars nicht nur geehrt in den Genres Musik, Film, TV, Bühne oder Sport, sondern heben damit symbolisch die Hand für den Frieden in der Welt. Und da macht Ulla Meinecke gerne mit. Denn sie dichtet, singt, schauspielert und schreibt nicht nur, sondern engagiert sich zudem in vielfältigster Weise zum Wohle der Allgemeinheit. Ein Grund mehr, sie im „Signs of Fame“ des multikulturellen und vökerverbindenden Projekts zu verewigen.


Auch für Klaus Beer ist das eine Herzensangelegenheit. Beer: „Ich spreche nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis. Durch über 30 Jahre Reisen in der Welt weiß ich, wie wunderschön unser Blauer Planet ist und wie dumm der Mensch, der durch Machtstreben, Gier, Fanatismus, Terrorismus und Krieg soviel Leid über Unschuldige bringt.
So steht der Fernwehpark als Mahnmal für den Frieden und soll zum Nachdenken, Umdenken aufrufen. Mir ist klar, das Projekt wird Kriege sicher nicht verhindern können. Leider. Aber ich möchte eines nicht tun. Nämlich `nichts tun`. Und wenn viele Prominente mithelfen, wie heute Ulla Meinecke, kann es uns gelingen, unsere Friedensbotschaft um die ganze Welt zu transportieren. Und vielleicht gelingt es, daß demnächst auch Udo Lindenberg seine Hand als Friedenszeichen im Ton hinterläßt, der ja auch diese Gesinnung vertritt, ja sogar dafür kämpft. Das wäre schön.“

Jetzt müssen die Handprints nur noch signiert werden. Dazu ritzt die Künstlerin ihren Namenszug in die graue Masse.



Und so sehen die Handabdrücke von Ulla Meinecke aus.



Nach ein paar Tagen des Lufttrocknens werden die Handabrücke vom Hofer Töpferladen, der auch den Spezialton für die Star-Prints nach Geheimrezept entwickelt hat, steinhart gebrannt. Zu sehen sein sollen sie einmal im „Fernweh Star-Museum“, das gegenüber des Fernwehparks geplant ist. Unter Glas und mit entsprechender Beleuchtung, so daß durch die Licht-Schatten Wirkung die Konturen deutlich zum Vorschein kommen.

Fotos: Ralf Standtke